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Friedrich Wilhelm Murnau - Die Stadt im Film und Literatur

Expressionismus[..] Das apokalyptische Entsetzen vor dem Tod geht wieder aus der Angst, die die Stadt einjagt, hervor. Während Trakl uns die Stadt als Agonie- und Todessymbol beschreibt, zeigen uns die expressionistischen Filme das, was ihr am meisten eigentümlich ist : die Straße. Insbesondere entdecken wir in diesen Filmen das Berlin der Zwanziger Jahre, Treffpunkt Mitteleuropas mit seinen Cafès, Cabarets, Dancings, mit all seinem Luxus, aber gleichzeitig mit seinem Elend und seiner Dekadenz. Von Anfang an war der deutsche Stummfilm ebenfalls von den Entwicklungen in der Literatur und in der Malerei beeinflußt. Der Einfluß des Expressionismus auf den Film kam aber nicht direkt von der Malerei, sondern eher von der Literatur. [...]Es waren die Schriftsteller, die sich zunächst für ein politisches und soziales Programm interessierten. Die meisten von ihnen waren nämlich Reformer oder Revolutionäre und versuchten -so wie die anderen Künstler-, ihre eigene Welt zu schaffen, mit einem klaren Zweck : die Veränderung der bestehenden Traditionen und Formen des sozialen Lebens in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg. [...] Der Filmexpressionismus entsteht von der Bühnenbildnerei, die, als Reinhardt noch tätig war, in den Berliner Theatern benutzt wurde, und die ihrerseits von der expressionistischen Malerei hervorgeht. [...] Doch blieb der Filmexpressionismus immer die Schaffensphase einer deutschen, heterogenen Gruppe ohne manifestes Programm. In ihm sind die Verzerrungen und die Alptraumsuggestionen erkennbar. Lotte H. Eisner schreibt, die schrägen Linien hätten die Aufgabe, Beunruhigung und Entsetzen entstehen zu lassen. Diese Bemerkungen führte sie aus, nachdem sie den ersten als „expressionistisch“ bezeichneten Film, bzw. die Filmarchitektur, die Hermann Warm, zusammen mit Reimann und Röhrig, für ihn baute, gesehen hatte : auf einer Leinwand wurden sogar die Schatten nach den Richtlinien des Expressionismus bemalt. Es handelt sich um „Das Kabinett des Doktor Caligari“ (1919) von Robert Wiene, einen von der Atmosphäre einer Zeit des Zusammenbruchs und der Revolution geprägten Film. Ein Rausch von Mordlust, Blut und Dämonie stürmt durch die Bilder. Der Film zeigt das „Nacht-Ich“ eines Menschen, das in schlafwandlerischem Zustand von einer Autoritätsfigur auf Mordtaten ausgeschickt wird. Es ist ein krankes Ich, das nach seiner Identität sucht. Die beiden Autoren des Films, Carl Mayer und Hans Janowitz, wollten «die Absurdität einer asozialen Autorität brandmarken», wie Lotte Eisner beobachtet hat. Man darf aber nicht vergessen, daß beide Autoren – Mayer und Janowitz – keine Verbindung mit den expressionistischen Zirkeln hatten. Sie hatten auch nicht die Absicht, einen expressionistischen Film zu schaffen. Nach der von Kracauer aufgestellten These sollte die Figur von Caligari die Autorität der Kriegsregierung darstellen, die den normalen Menschen [...] zum Mord anstiftet. [...]Die Malerei und die Literatur des Expressionismus, obwohl sie schon vor dem Krieg bekannt waren, fanden ein richtiges Publikum erst nach 1918. Im „Caligari“ finden wir Themen, die bereits einige Jahre früher bei den Malern beliebt waren : schräge oder spitze Dächer, keine Perspektive, ganz hohe und gewundene Treppen, enge und dunkle Gassen , die typisch für jene von E.T.A. Hoffmann so eindrucksvoll geschilderte ‚Zwischen-welt‘ sind. [...] Man zog es vor, über eine künstliche Welt zu herrschen, als sich von einer dem Zufall überlassenen Außenwelt umstürzen zu lassen. [...]Die schreckliche Krise der Nachkriegszeit übte auf das Entstehen solch eines Kinos einen riesigen Einfluß aus. Früher hatte es nie eine Zeit gegeben, die von solchen Grauen und Ängsten erschüttert wurde. Die allgemein erlebten Traumata waren so gewaltsam gewesen, daß die Welt als tödlich erloschen wahrgenommen wurde, und der Mensch sich absolut klein und nackt fühlte. Der Mensch der Zwanziger Jahre weiß nicht mehr, wohin er gehört und erzeugt Kräfte und Gespenster, derer er dann nicht mehr Herr sein kann. Alles ist von dem entstellten und entstellenden Ich abhängig , sogar die Liebe . Gerade aus diesem Grund wimmelt die deutsche Leinwand von komischen Doktoren, Größenwahnsinnigen, von unter Minderwertigkeitskomplexen leidenden Leuten, von Figuren, die, wie es auch sein mag, nicht in der Lage sind, ihre Ambitionen zu verwirklichen. [...]Doch das, was das deutsche Kino am meisten kennzeichnete, war die Anwendung des Hell-Dunkels[...]. Damit kann der Kampf zwischen Licht und Finsternis, d.h. zwischen dem Guten und dem Bösen am besten dargestellt werden.[...]Aus dieser Kulissenwelt wird einige Jahre später einzig Friedrich Wilhelm Murnau herauskommen, der deutsche Regisseur, der es mit „Nosferatu“als erster verstand, sich von dem theatralischen Erbe zu befreien, [...]. Dieses neue Zeitalter wird von der sogennanten «entfesselten Kamera» charakterisiert, die die eigentliche Innovatio

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5 KINO IN DEUTSCHLAND Die Anfänge : 1909-1914 « Prägend für das 19. und die Wende zum 20. Jahrhundert waren die Euphorie der industriellen Revolution, die Bildung urbaner Metropolen, die massenhaften Wanderungen aus den ländlichen Regionen in die explodierenden Stadtkulturen»: mit diesen wenigen Worten faßt Bernhard Frankfurter die Situation der Jahrhundertwende in Deutschland zusammen 1 . Ausgerechnet wegen der Entwicklung der Industrie und des Exports, und wegen der ungeheuren Ausdehnung der Städte wurde das Land von Wilhelm II. am Anfang dieses Jahrhunderts oft mit den U.S.A. verglichen. Seltsamerweise hatte das deutsche Kino große Schwierigkeiten, sich zu entwickeln. Um 1904-05 wurden in Berlin und München die ersten Kinosäle eröffnet , aber alles war nur noch am Anfang. Einige Statistiken über die gesamten 1912 in Berlin aufgeführten Filme hat Emilie Altenloh 2 aufgestellt : nach der französischen, amerikanischen und italienischen Produktion erreichte die deutsche kaum 15% von ganz Deutschland. Ein 1 Bernhard Frankfurter , Carl Mayer…Der pure Filmautor. In : B.F. (Hrsg.) , Carl Mayer : Im Spiegelkabinett des Dr.Caligari - Der Kampf zwischen Licht und Dunkel, Promedia Verlag, Wien 1997 , S.11. 2 Zitiert nach : Hilmar Hoffmann, 100 Jahre Film – von Lumière bis Spielberg , Econ Taschenbuch Verlag, Düsseldorf 1995 .

Tesi di Laurea

Facoltà: Lingue e Letterature Straniere

Autore: Silvia Caldana Contatta »

Composta da 129 pagine.

 

Questa tesi ha raggiunto 1571 click dal 20/03/2004.

 

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